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Steh zu Dir – egal, was die anderen denken!

Du denkst vielleicht: „Klingt gut!“ oder „Du hast leicht reden!“ oder „Wie soll denn das gehen?“

Zu Dir zu stehen geht eigentlich ganz einfach!

Horche in Dich hinein, spüre in Deinen Körper und schau, was Du wahrnimmst. Und das ist erst mal alles! In der Ahnenarbeit üben wir das immer wieder… Ich sage immer, es ist nicht nur Heilarbeit (ich meine das Dich-spüren), sondern auch Trockenübung für Deine Welt da draußen, in der wir alle immer wieder in einen Funktionsmodus rutschen und uns dann nicht mehr spüren.

Unser Körper kommuniziert an sich permanent mit uns. Er „sagt“ uns damit ständig, was mit ihm (und somit mit Dir!) los ist. Zum Beispiel kann er wackelige Knie haben (häufig ein Zeichen von fehlender Stabilität) oder ein flaues Gefühl im Magen (häufig ein Zeichen von Ohnmacht) oder einen Druck auf der Brust (häufig ein Hinweis von Erwartungen anderer) oder schwere Schultern (was auf Überforderung hindeutet) oder Enge im Hals (was häufig darauf hindeutet, dass man nicht ehrlich sagen darf, wie es einem geht).

Kennst Du solche körperlichen Reaktionen auch?

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Wenn Du eine Antwort von Deinem Körper erhälst, geht es weiter. Sprich aus, was Du wahrnimmst! Und dann spür, was es mit Dir macht. Nimm auch Deine Stimmung wahr mit diesen körperlichen Befindlichkeiten und sprich auch sie aus.

Wenn all diese Dinge (körperliches und emotionales Befinden) durch eine Person ausgelöst wird, versuche es ihr zu sagen - so wie es Dir möglich ist. Sei Dir bewusst, je liebevoller Du sagen kannst, wie es Dir geht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Gegenüber offen und mitfühlend reagiert. Je weniger liebevoll Du sprichst, desto mehr rutscht an der Stelle eine Erwartung oder ein Vorwurf zu Deinem Gegenüber, der sich dadurch angegriffen fühlt und sich logischerweise verschließt, zurückzieht oder sogar zurückschießt. Also Vorsicht! Der Klang macht die Musik – auch in der Kommunikation!

Handelt es sich jedoch um Deinen Partner/Deine Partnerin, der/die ungute Emotionen in Dir auslöst, möchte ich Dich dazu ermutigen, einen vorsichtigen, liebevollen Versuch zu starten, Dich ihm/ihr zu zeigen und Dich ihm/ihr zuzumuten, mit dem, was in Dir los ist und was Dich im Moment ausmacht. Es ist eines der schönsten Erfahrungen, sich dem/der eigenen Partner/Partnerin offen und ehrlich zeigen zu können – sich vor ihm/ihr emotional nackt zu machen! Häufig etwas, was uns viel schwerer fällt als körperliche Nacktheit!

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Doch in erster Linie geht es darum, dass Du Dich darin übst, die Dinge auszusprechen, die Dich belasten, berühren und bewegen und nicht um die Reaktion Deines Gegenübers. Doch sei achtsam! Manchmal ist es ratsamer, nicht mit der betroffenen Person zu sprechen, sondern eine Sitzung zu nehmen und die belastenden Emotionen in einer Sitzung zu erlösen. Nicht selten ist gerade am Anfang die Wahrscheinlichkeit groß, vom Gegenüber verletzt zu werden.

Die Kunst ist also ehrlich auszusprechen, was Du fühlst – egal, ob es als gut oder schlecht erachtet wird; egal, ob es als richtig oder falsch angesehen wird; egal, ob Du dafür geliebt oder verurteilt wirst! Und das alles, wenn möglich ohne Ladung!

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Doch sei Dir bewusst: Es ist Deine ganz subjektive Wahrnehmung und Wahrheit. Es hat keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Absolutheit! Es geht also nicht darum, dass Dein Gegenüber die Dinge genauso sieht wie Du oder dass er sie genauso empfindet. Es geht darum, dass zwei Universen sich begegnen, sich einander zeigen OHNE miteinander zu kämpfen und ohne dass das eine Universum das andere verschluckt oder unterdrückt! Dein Gegenüber darf also seine eigene Wahrheit und Wahrnehmung behalten! Und es ist völlig in Ordnung, wenn er/sie die Dinge ganz anders sieht!

Es geht nur darum auszusprechen, was ist und das kann sich auch bei Dir innerhalb von kürzester Zeit wieder ändern – wie bei einem kleinen Kind! :-)

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Mit dieser Übung steigst Du in die Welt der Gefühle und der Emotionen ein und gibst Dir damit die Chance zu grundsätzlichen Veränderungen in Deinem Leben. Dinge, Menschen, Situationen, die bisher aufgrund von emotionalen Blockaden nicht in Dein Leben kommen konnten, haben nun die Chance wie durch Zauberhand in Dein Leben zu treten.

Aber so einfach ist es dann doch nicht, denn
vielleicht hast Du Angst, Dich angreifbar zu machen.
Vielleicht hast Du Angst, Dich unbeliebt zu machen.
Vielleicht hast Du Angst, Deine Freunde, Deinen Partner, Deinen Job zu verlieren…

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Und ich sage Dir: „Ja, das kann passieren!“

Warum? Weil Angst eine unerlöste Emotion ist, die sehr machtvoll ist und in der Lage ist, genau das anzuziehen, was man eigentlich vermeiden will! Deshalb ist es so wichtig, die Angst zu erlösten, statt Dinge zu tun, um sie nicht mehr zu spüren! Angst erlösen bedeutet, die Angst zu transformieren in eine Kraft, die vorher nicht da war. Diese Kraft ist dann in der Lage, sich den Dingen zu stellen, Dinge in die Hand zu nehmen und Zustände zu verändern, statt ohnmächtig zuzuschauen wie etwas den Bach runter geht. (Und dann hinterher zu sagen: „Wusste ich es doch…!“)

Angst zeigt also, dass an dieser Stelle keine Kraft (Macht) in Dir ist, sondern Ohnmacht – und das ist ein sicheres Zeichen für ein emotionales Leck in Deinem System. Dich diesem emotionalen Leck innerlich liebevoll zuzuwenden, kann es heilen. Ahnenarbeit ist dafür übrigens eine wunderbare Methode... ;-)

Während Du beim Zu-Dir-stehen anfangs meist große Verlustängste hast, ist der Gewinn mittel- bis langfristig nicht zu übersehen.

Warum? Was sollte es mir bringen?
Auf energetischer Ebene bedeutet dieses Zu-Dir-stehen:
Du schenkst Dir selbst Liebe, Zuwendung und Beachtung!!
Und damit nimmst Du Dich selbst ernst und wichtig. Du sorgst dafür, dass sich automatisch Dein eigener Raum in und um Dich herum öffnet. Er ist Dein Entfaltungsraum!

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Diesen Raum benötigst Du. Er steht Dir zu, auch wenn er Dir in Deiner Kindheit und auch später in Deinem Leben vielleicht nie wirklich zugesprochen wurde. Vielleicht wurde von Dir verlangt, dass Du lieb und brav bist, dass Du dich anpasst und irgendwelchen Vorstellungen anderer entsprichst, die nichts mit Dir zu tun hatten! All dies engt ein und verhindert, dass sich Dein Raum öffnet.

Zu-Dir-stehen bedeutet all diese fremden Vorstellungen und alle Werte, die wiederum aus Vorstellungen (nämlich aus dem Kopf) entspringen, loszulassen. Häufig wünschen wir uns so zu sein wie ein anderer/eine andere. Wir haben Helden im Kopf, Vorbilder, denen wir folgen wollen und vergessen dabei, dass wir selbst tief in uns Helden SIND! Um diesem Helden/dieser Heldin in Dir auf die Spur zu kommen, ist es wichtig, Dich zu spüren und auszusprechen, was ist. Denn dies bringt Dich immer mehr ins Hier und Jetzt, weg von den Illusionen und Wunschgedanken Deines Verstandes und lässt Dich immer mehr zu dem werden, der/die Du wirklich bist!

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Der Raum füllt sich dann immer mehr mit DEINER Energie – in dem Maße wie Du zu Dir und Deiner Wahrheit stehst. Diese angefüllte Energie wird zu einem Magneten, der bestimmte Menschen und Situationen von Dir wegstößt, die nicht mehr zu Dir passen. In gleichem Maße zieht er aber auch neue Menschen und Situationen in Dein Leben, die viel besser zu Dir passen!

Also, was hast Du zu verlieren? Nur die Illusionen – Menschen und Situationen, die eigentlich nie wirklich zu Dir gehört und zu Dir gepasst haben und die viel Energie und Zeit kosten, um sie aufrecht zu halten.

Mit dem Zu-Dir-stehen gehen aber auch andere Punkte einher:
Du wirst greifbar.
Du wirst sichtbar.
Du bekommst klare Konturen.
Du bekommst Persönlichkeit!

Sprich: Du wirst nicht mehr übersehen, übergangen, vergessen oder gehst leer aus, und das ist natürlich wunderbar!

Die Kehrseite an dieser Stelle ist nicht selten, dass Du belächelt, kritisiert, be- und verurteilt und angreifbar wirst, was sehr schmerzlich und enttäuschend sein kann.

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Doch letztendlich bringt es auch viel Klarheit und Klarheit bedeutet wieder neue Kraft zur Verfügung zu haben, die vorher in Täuschungen und Illusionen gebunden war! Die Klarheit enttarnt Schönredner, Aufschneider und Neider. Sie macht sichtbar, auf wen man sich verlassen kann und auf wen nicht.

In der Regel geht der Mut zu sich zu stehen Hand in Hand mit dem Mut, sich dem eventuellen Gegenwind zu stellen und ihm etwas entgegenzubringen statt sich davon platt machen zu lassen, sich unsichtbar zu machen oder die Flucht zu ergreifen.

Denn mit dem Zu-sich-stehen baut sich ein energetisches Feld auf, das sagt: „Da bin ich!“ Bildlich kannst Du Dir eine Person vorstellen, die ihre Fäuste in die Hüften stemmt und damit signalisiert, dass sie nicht gedenkt, sich von ihrem Platz verdrängen zu lassen! Und wenn der andere ein Problem mit ihr hat, ist es das Problem des Anderen! Punkt!

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Es ist eine unmissverständliche Kraft spürbar, die klare Grenzen hat! Diese Grenzen sind für andere durchaus spürbar und werden respektiert ohne, dass die betroffene Person viel sagen muss. Nur Menschen, die es gewohnt waren, über die Grenzen dieser Person zu gehen, werden das vielleicht aus Gewohnheit noch eine zeitlang weiter tun. In der Regel werden sie allerdings von der betreffenden Person, nett oder etwas grober (wie es ihr eben möglich ist) – aber in jeden Fall unmissverständlich deutlich aus dem energetischen Feld verwiesen und dürfen sich fortan, wie alle anderen auch, nur noch außerhalb dieses energetischen Feldes aufhalten. Der Raum innerhalb der Grenze ist nur noch ganz besonderen Menschen vorbehalten – und wer dazu gehört, entscheidet einzig und allein die betreffende Person selbst.

Aber das allerwichtigste ist wohl, dass mit dem Aufbau dieses energetischen Feldes die ureigene Energie wieder zu fließen beginnt! Das ist ein wunderbares Phänomen!

Solange wir angepasst und in einem Funktionsmodus sind, ist unsere eigene Energie wie unterdrückt und abgeklemmt und wir spüren uns häufig nicht wirklich. Beginnen wir uns selbst Raum zu geben und ernst zu nehmen, brechen wir aus inneren Gefängnissen aus und unser Energiefeld weitet sich! Wenn wir uns Raum geben, kommt der Lebensstrom in uns wieder in Gang und beschenkt uns mit allerlei spannenden Dingen! Denn plötzlich kommt man mit seiner eigenen, inneren Stimme, mit der Intuition in Kontakt. Man ist nicht mehr so stark beeinflussbar. Man weiß viel mehr, was man will und wer man ist. Man hat Ideen, ist inspiriert, denn die eigene Energie bringt viel Kreativität aus der Tiefe unseres Bewusstseins an die Oberfläche. Plötzlich hat man viel mehr Energie, Kraft und Ausdauer zur Verfügung und setzt Dinge um, die man nie für möglich gehalten hat - und das mit einer ganz ungewohnten Selbstverständlichkeit, Leichtigkeit und Ruhe. Plötzlich spürt man ganz klar ohne Groll und ohne Ärger, wer und was einem wirklich gut tut, statt etwas zu tun, weil andere es erwarten oder weil „es sich so gehört“ oder statt gegen etwas zu anzukämpfen, von dem man sich bedroht fühlt.

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Man fühlt sich wieder verbunden mit sich, mit den Menschen um sich herum und mit der Natur! Und damit beginnt der große Paradigmenwechsel. Denn man tut die Dinge in einer liebevollen, wohlwollenden Haltung mit sich und zu den anderen und nicht aus Berechnung, aus Pflichtbewusstsein oder um sich in ein gutes Licht zu bringen.

Was glaubst Du? Wie würde unsere Welt wohl aussehen, wenn jeder zu sich stehen würde – zu seinen Stärken und zu seinen Schwächen, ohne dass dies ein Makel wäre…?
Ich glaube, es könnte eine richtig kraftvolle und verbundene, bunte und vielfältige, kreative und lebensfreudige – einfach erfrischend lebendige Welt werden! :-)

Ähnlich einem reich gedeckten Tisch! :-)

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